Was Tattooliebhaber 2022 wissen müssen - War es das mit bunten Tattoos?

Was Tattooliebhaber 2022 wissen müssen - War es das mit bunten Tattoos?

Was Tattooliebhaber 2022 wissen müssen – War es das mit bunten Tattoos?

Tattoofans haben es gerade nicht leicht: In den letzten zwei Jahren ließen Lockdowns das Surren der Tätowiermaschinen immer wieder wochenlang verstummen und viele Tattoostudios mussten ihre Pforten schließen. 2022 geht der Schmerz noch ein bisschen weiter unter die Haut: Seit 4. Januar 2022 sind die meisten bunten Tattoo- und PMU-Farben nämlich EU-weit verboten! Wie jede Kunst lässt auch die Tätowierszene sich von den neuen Umbrüchen und Einschränkungen nicht kleinkriegen, sondern es erwachsen neue Trends und Strömungen aus der aktuellen Situation. Wir erklären, was sich 2022 in der Tattooszene verändern wird:

 

Diese Farben sind nicht mehr erlaubt

Die Farbpaletten von Tattookünstlern wurden gleich zum Jahresanfang massiv beschränkt: Selbst übrige Farbbestände dürfen seit dem 4. Januar nicht mehr unter die Haut gestochen werden. Verantwortlich für die neuen Beschränkungen ist die European Chemicals Agency (ECHA). Um Verbraucher vor möglicherweise schädlichen Farben zu schützen, wurden sämtliche Farben mit bedenklichen Bestandteilen aus der zulässigen Farbpalette gestrichen. Das Problem: Für viele Farben gibt es bisher keinen adäquaten Ersatz, der ohne die verbotenen Stoffe auskommt.

 

Schutz oder Schikane: Wie gerechtfertigt ist das Urteil der ECHA?

Viele Tattoofans und Künstler argumentieren gegen die neue Verordnung, da die Schädlichkeit von vielen Stoffen nicht eindeutig geklärt wurde. Da für die kosmetische Nutzung von bedenklichen Chemikalien nach aktuellen Standards fast immer Tierversuche nötig sind, sollte es aber nicht das Ziel der Szene sein, alle Stoffe durchtesten zu lassen. Schauen wir uns die Argumentation der ECHA an, leuchtet der Sinn der störenden Verordnung schon eher ein. Die ECHA hat genau aufgelistet, was für Farben vom Markt genommen werden:

 

Sicherer tätowieren in 2022? Solche Farben sind verboten

  • Farben, die EU-weit als toxisch, krebserregend oder schwangerschaftsgefährdend eingestuft wurden.
  • Stoffe, die in der EU als Hautreizend, ätzend oder allergieauslösend gelten.
  • Auch alle Stoffe, die nachweislich die Augen schädigen oder reizen werden aus der Liste der zulässigen Inhaltsstoffe für Tattoofarben gestrichen.
  • Darüber hinaus wurden sämtliche Stoffe verboten, die laut Cosmetic Products Regulation (CPR (EC) No 1223/2009) nicht für kosmetische Zwecke eingesetzt werden dürfen.

 

Was bedeutet das Farbenverbot für die Tattooszene?

Abgesehen vom Unternehmen Edding haben Hersteller von Tattoofarben spät oder kaum auf die neue Regulierung reagiert. Über 4000 Farben, die vielleicht sogar für angebrochene Pieces gebraucht werden könnten, sind ab sofort nicht mehr erhältlich und dürfen generell nicht mehr unter die Haut gestochen werden. Statt sich auf bedenkliche Stoffe zu verlassen und weitere Untersuchungen zu verlangen, gehen Künstler und Hersteller nun zu neuen Farbkonzepten über. Bis die Farben wieder so leuchtend sind wie vorher, wird es wohl noch etwas dauern, dafür werden die neuen Farben besser und sicherer sein.

 

Müssen bunt Tätowierte sich Sorgen machen?

Wenn großflächige und bunte Motive Deine Haut zieren, ist es nicht unwahrscheinlich, dass einige der als bedenklich oder schädlich eingestuften Stoffe sich auch unter Deiner Haut befinden. Das lässt sich natürlich nicht rückgängig machen, ist aber auch nicht weiter bedenklich. Wenn Deine bunte Haut empfindlich auf Hitze, UV-Strahlung oder Irritationen wie Kratzer reagiert, ist das völlig normal. Treten häufiger Nebenwirkungen auf oder schwillt die Haut auch ohne Reize wie UV-Strahlung oder ähnliches regelmäßig an, solltest Du einen Dermatologen aufsuchen.

Tattootrends 2022

Neue Trends ohne Farben: Was kann ich mir jetzt noch stechen lassen?

Die neue Farbenarmut führt zur Wiederentdeckung alter Trends. Einfache, symbolträchtige Motive wie in den 80ern und 90ern sind echte Hits in jedem Tattoostudio. Je trashiger, desto besser, so scheint es, dabei finden Tattookünstler kreative neue Wege, um ihr Talent mit brillanten Techniken und Schraffuren einzubringen:

  1. Tramp Stamp

Sogenannte Tramp Stamps ("Schlampenstempel") feiern gerade ihr Comeback und könnten nicht süßer sein: Schmetterling, Delfin, Sonne und Tigerkopf kommen dieses Mal aber nicht mit dicken, verlaufenden Linien wie in den 90ern, sondern mit feinen und minimalistischen Outlines. Je kleiner der Stamp, desto subtiler kannst Du Deine kleine Botschaft positionieren.

  1. Minimal Style

Der Trend reißt auch 2022 nicht ab: Linien, Kreise und geometrische Formen werden mit modernen Mikronadeln so exakt gestochen, als seien sie mit Lineal und Zirkel gezogen worden. Da Schwarz und Grau für den Minimal Tattoo Style ohnehin dominant sind, verändert sich für minimalistisch orientierte Tattoofans 2022 kaum etwas.

  1. Tribals

Richtig gelesen, auch Tribals feiern 2022 ihr Comeback, sind sie doch schlicht, schwarz und elegant. Die verschnörkelten Zick-Zack-Linien aus den 90ern weichen heute ausgefeilten Dot-Mustern oder kleinen Blitzen. Ob Dein Tattoo nur als Zierde dient oder ob Du einen tieferen Sinn hinter Deinem Tribal siehst, bleibt dabei ganz Dir überlassen.

 

TattooMed ist auch 2022 für euch da!

Auch im neuen Jahr begleiten wir Dich bei allen Tattooprojekten, ob mit unseren pflegenden TattooMed und PMU Produkten zur Hautbehandlung nach dem Stechen, oder unserer Laser Aftercare, wenn alte Tattoos weichen müssen. Oder aber natürlich endlich wieder auf Messen und Events - zum Teil in unserem TattooMed Tattoo Truck. Über die weiteren Geschehnisse in der Welt der Tattoofarben halten wir Dich natürlich auf dem Laufenden.